Edmund Burke (1729-1797)
Samstag, 11. Mai 2013
Mittwoch, 1. Mai 2013
Die vergessene Generation
Ein Stichwort, das heute anscheinend in aller Munde ist,
lautet „Autismus“. Seit dem Kinofilm „Rain Man“ (der eigentlich nur bedingt
etwas damit zu tun hatte) wird viel über das autistische Spektrum gesagt und
geschrieben. Einiges davon ist sogar zutreffend.
Die Problematik als solche ist aber nicht neu. Bereits 1944
beschrieb der österreichische Kinderarzt Hans Asperger die „Autistischen Psychopathen im Kindesalter“. Diese Schrift geriet allerdings für lange
Zeit in Vergessenheit. Erst in den achtziger und neunziger Jahren des 20.
Jahrhunderts wurde diese Thematik wiederentdeckt, aufgegriffen und die
Forschung fortgesetzt.
Das bedeutet aber keineswegs, dass es in der Zwischenzeit
keine von dieser Symptomatik betroffenen Menschen gegeben hat! Das Fehlen eines Beweises ist kein Beweis für das Fehlen; das bedeutet in diesem Fall: nur weil
in den fünfziger bis siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts niemand etwas
von dieser Symptomatik wußte, heißt das nicht, dass es in dieser Zeit auch
keine autistischen Kinder gab.
In der heutigen Zeit, in der diese Thematik ausführlich – und
teilweise mehr, als es hilfreich wäre – veröffentlicht und jedermann zugänglich
ist, werden Kinder und Jugendliche sehr viel intensiver beobachtet. Zum einen
sind z.B. die Schulklassen viel kleiner als sie es früher einmal waren, zum
anderen sind Betreuer, Lehrer, Pädagogen und auch Therapeuten besser geschult,
so dass Auffälligkeiten jeder Form sehr viel schneller erkannt werden, als dies
früher der Fall war. Außerdem muß man aber auch feststellen, dass es die Gesellschaft
ist, die heute durch ständigen Anpassungs- und Leistungsdruck mehr vom einzelnen
Individuum erwartet und in der „auffällige“ Personen schneller erkannt und unter
Umständen ausgegrenzt werden.
Es scheint also Fluch und Segen zugleich zu sein, wenn man
das Glück hatte, in der Zeit - grob geschätzt - ca.
zwischen 1950 und 1970 geboren worden zu sein. Nicht nur für mich selbst kann
ich dies behaupten, sondern ich habe auch im persönlichen Gespräch mit anderen Menschen
bestätigt bekommen: Eine Kindheit in dieser Zeit war in mancher Hinsicht irgendwie
- einfacher. Ungewöhnliche Verhaltensweisen
wurden toleriert oder mit mehr oder weniger zutreffenden Spitznamen („Kleiner
Professor“, „Stubenhocker“, „Leseratte“, Schlauberger“) abgetan. Im
Schulunterricht war es noch einfacher, in der Gruppe unterzutauchen (40 Schüler
in einer Klasse waren keine Seltenheit). Motorische Schwierigkeiten ergaben schlimmstenfalls eine schlechte Note im
Sportunterricht.
So kannte man sich also mit etwas Glück durch die Kindheit
hindurchschummeln, erreichte das Erwachsenenalter – und damit den Eintritt in
die Arbeitswelt. Wenn man weiterhin Glück hatte, konnte man - nach dem Prinzip „Versuch
und Irrtum“ – seine in der Kindheit erworbenen Fähigkeiten nutzen und umsetzen.
Der Umgang mit Arbeitskollegen und mit Vorgesetzten ähnelt in manchen Dingen
durchaus ja der Rangordnung auf einem durchschnittlichen Spielplatz …
Wer weniger Glück hatte, fiel am Arbeitsplatz sofort
unangenehm auf, weil der bisher geschützte Rahmen des Freundeskreises und des
eigenen Elternhauses wegfiel. Besonderheiten, die bisher als liebenswerte Schrullen belächelt wurden,
sind nun plötzlich inakzeptabel. Probleme, den Blickontakt zu halten, werden
als unhöflich bezeichnet. Der Wunsch, in der Mittagspause allein zu bleiben,
stößt auf Unverständnis. Die Teilnahme an Geburtstags- oder Weihnachtsfeiern wird zum Zwang ... und vieles
andere mehr.
Wer diesem psychologischen Druck nicht standhält, der wird
früher oder später Hilfe bei einem Therapeuten suchen. Und hier schließt sich
dann der Kreis: Da die Diagnosestellung in den Kindheitsjahren nicht bekannt war, wird
sie dem erwachsenen Patienten auch nicht mehr zuerkannt. Klare Richtlinie ist:
Autismus wird bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert. Wer erwachsen ist
und diese Diagnose nicht hat, der ist
auch kein Autist. Punktum. –
Was aber ist mit dieser kleinen Gruppe von Betroffenen, die –
wie gesagt – in einer Zeit heranwuchsen, in der diese Diagnose schlicht noch
kein Thema war, die nun aber in ein
Alter kommen, in dem die persönlichen Probleme immer heftiger werden und der
Leidensdruck des Einzelnen so stark wächst, dass er den Weg zum Therapeuten auf
sich nimmt?
Dort angekommen, heißt es dann: „Autismus? Womöglich gar Asperger-Syndrom?
– Nee. Das gibt es nur für Kinder. Mal
seh’n, was wir da sonst noch so haben. Wie wär’s mit Depressionen – das passt
immer. Dann vielleicht noch soziale Phobie, Zwangsstörungen, repetetives
Verhalten …?“ Selbst erworbenes Wissen des Patienten wird dabei erst recht nicht
gern gesehen.
Es ist an der Zeit, dass sich jemand findet, der diese verlorene
Gruppe von Patienten einmal richtig erforscht. Von einer „kleinen“ Gruppe kann man dabei nicht einmal sprechen, denn die
Dunkelziffer ist hoch. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht jemand durch
Zufall (oder durch den Hinweis eines
wohlmeinenden Bekannten) auf das Stichwort stößt, danach googelt und sich sofort
in der Thematik wiedererkennt. Nun ist dieses Wiedererkennen oft sehr emotional
eingefärbt; auch Selbsttests im Internet sind nicht immer eindeutig. Hier sind
gut geschulte Fachleute nötig, die dem Diagnoseverdacht zunächst einmal
aufgeschlossen gegenüberstehen und diesen dann mit den richtigen Fragen und
Untersuchungen bestätigen – oder ihn entkräften. Wer aber schon im Erstgespräch die Worte hört „Autismus?!
Aber Sie doch nicht. Sie können ja sprechen!“ , dem ist nicht wirklich geholfen.
Wenn – Falls - es also irgendwo da draußen junge,
aufstrebende Mediziner gibt, die noch nach einem interessanten Wirkungsgebiet
suchen: Hier ist es. Ansprechpartner finden sich zuhauf in jedem Internetforum zum Thema „Asperger-Syndrom im Erwachsenenalter“.
Samstag, 12. Januar 2013
Michael Ryan: "Ich habe Asperger - Ich bin wie du"
Michael Ryan, freier Mitarbeiter des Senders CNN und mit der Pflege der CNN-Homepage beauftragt, schreibt in einem Blog über sich und das Asperger-Syndrom.
Hier die deutsche Übersetzung:
"Ich bin kein Experte für das Asperger-Syndrom. Aber ich bin ein Experte für mich selbst, und ich habe Asperger.
Und Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität. Und ein bisschen Zwangsstörungen. Alle diese drei Erkrankungen zusammen zu haben ist nicht ungewöhnlich, sagt mein Arzt.
Wie Du, werde ich manchmal wütend. Und, wie du, würde ich nie daran denken, solche Emotionen in Gewalt ausbrechen zu lassen.
Es gibt keine direkte Verbindung zwischen Gewalt und Autismus. Keine. Ich zerbreche keine Dinge. Ich schlage meine Hunde nicht. Ich benutze einen kleinen Tupperware-Behälter im Haus, um Insekten zu fangen, damit ich sie sicher nach draußen transportieren kann, bevor meine Katzen oder meine Frau sie sehen. Ich sage nichts Schlechtes über Jäger, aber ich könnte niemals andere Lebewesen töten. So etwas liegt mir einfach nicht.
Zum größten Teil bin ich genau wie du, nur ein bisschen schrullig. Na gut, eine ganze Menge schrullig.
Ich bin pedantisch. Normalerweise ist meine Mimik und Sprache ausdruckslos. Ich kann dir nicht in die Augen schauen. (Ich habe gelernt, den Menschen auf den Mund oder die Nase zu schauen.) Ich kann kein Gespräch von mehr als ein paar Worten mit dir führen, aber ich kann dir bis zum Überdruss Vorträge halten über US-Atombombentests, die Cleveland Browns, Beagles oder die japanische Gesellschaft.
Wenn Du mit mir sprichst und ich wegschaue, dann analysiere ich deine Worte und durchdenke verschiedene Szenarien, basierend auf deiner Frage oder Anweisung und bemühe mich dabei, dich zu verstehen. Bitte habe Geduld mit mir.
Weil ich stets eine Todesangst habe, jemanden zu beleidigen oder über etwas zu reden, das am Thema vorbeigeht, halte ich in Besprechungen oft meine Hand über meinen Mund, um mich selbst vom Sprechen abzuhalten. Zum Sprechen aufgefordert zu werden ist schierer Terror.
Und das sind nur einige meiner Merkwürdigkeiten. Dein Kind / Partner / Kollege mit Asperger hat einige ähnliche Besonderheiten. Das ist der Grund dafür, warum Kinder mit Asperger gemobbt werden.
Ich hatte Glück. Ich wurde nicht in der Schule gemobbt, weil ich nicht diagnostiziert war und daher nicht gebrandmarkt. Ich wurde nicht diagnostiziert, bis ich 50 war. Und wenn die Ärzte mich fragten, welche Art von Unterstützung ich mir wünschte, sagte ich keine. Ich hatte es so weit hinbekommen, also wollte ich lieber weiter auf meine eigene Weise daran arbeiten.
In der Tat, bis heute wissen die meisten meiner Kollegen und Freunde nicht, dass ich Asperger habe. So können "Aspies" erwachsen werden, Familien gründen, produktiv sein und einen Beitrag zur Gesellschaft leisten.
Ich will nicht behaupten, das folgende würde Dir durch das Leben helfen, und einige meiner Hinweise können für dich unzutreffend sein. Aber dies hat mir geholfen:
Finde einen "Mentor". Jemanden zu finden, nach dem ich mein soziales Verhalten kopieren konnte, hat mein Leben verändert. Er war ein Kollege und Freund, der aufgeschlossen, beliebt und wirklich nett war. Ich ahmte ihn seit Jahren nach, um dadurch zu lernen, wie man sich anderen Menschen nähert und wie man angemessen handelt. Ich habe es noch nicht ganz erreicht, aber ich fühle nicht mehr wie ein Ausgestoßener. Ich glaube nicht, dass er es jemals bemerkte. Danke, Scott.
Werde sportlich. Ja, ich weiß, du bist unkoordiniert, aber du kannst deine Koordination selbst trainieren. Ich verbrachte Jahre damit, einen Ball gegen die Garage zu werfen, um eine Wurfbewegung zu entwickeln; ich erlernte die Fähigkeit, einen Ball zu fangen und schließlich traf ich den Ball. Als Schüler der fünften Klasse spielte ich auf der dritten Base in den Schulhof-Baseballspielen -- und ich wurde nicht mehr als letzter ausgewählt. Mein Selbstwertgefühl schnellte in die Höhe, und die toughen Kinder akzeptierten mich.
Schreibe. Nimm all diese Gedanken in deinem Kopf und schreibe sie auf Papier oder an einem Computer-Terminal nieder. Lies sie einen Tag, eine Woche, ein Jahr später. Zeige sie jemand, den Du vertrauen kannst. Ich wette, er oder sie denkt über viele Dinge genauso. Akzeptiere deine Besonderheiten und profitiere von deinen Stärken: Konzentrationsfähigkeit, überdurchschnittliche Intelligenz.
Lebe. Sei mutig, gehe ein wenig aus dir heraus. Du hast ein zwanghaftes Interesse an deinem Garten? Dann nutze es, um soziale Kontakte zu knüpfen, indem du Mitglied in einem Gärtnerverein wirst oder ehrenamtlich dabei hilfst, die Nachbarschaft herauszuputzen. Lerne ein wenig Selbstkontrolle, aber gehe vorwärts, auch wenn du dabei Fehler machst. Entschuldige dich und lache darüber. "Neurotypische" Menschen können sehr nachsichtig sein, wenn du ihnen die Chance dazu gibst. Mobber sind viel unsozialer, als Du es bist.
Wenn Du ein Elternteil eines Kindes mit Asperger bist, lasse dein Kind experimentieren. Das ist es nun mal, wie wir alle lernen. Er oder sie ist wahrscheinlich ziemlich intelligent. Lass dein Kind wissen, dass Du mit ihm zufrieden bist, wenn er oder sie gelernt hat zu sagen: "Ja, bitte" oder "Danke", wenn die Situation es verlangt. Wir können es nur immer wieder versuchen, sei also bitte geduldig."
Hier die deutsche Übersetzung:
"Ich bin kein Experte für das Asperger-Syndrom. Aber ich bin ein Experte für mich selbst, und ich habe Asperger.
Und Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität. Und ein bisschen Zwangsstörungen. Alle diese drei Erkrankungen zusammen zu haben ist nicht ungewöhnlich, sagt mein Arzt.
Wie Du, werde ich manchmal wütend. Und, wie du, würde ich nie daran denken, solche Emotionen in Gewalt ausbrechen zu lassen.
Es gibt keine direkte Verbindung zwischen Gewalt und Autismus. Keine. Ich zerbreche keine Dinge. Ich schlage meine Hunde nicht. Ich benutze einen kleinen Tupperware-Behälter im Haus, um Insekten zu fangen, damit ich sie sicher nach draußen transportieren kann, bevor meine Katzen oder meine Frau sie sehen. Ich sage nichts Schlechtes über Jäger, aber ich könnte niemals andere Lebewesen töten. So etwas liegt mir einfach nicht.
Zum größten Teil bin ich genau wie du, nur ein bisschen schrullig. Na gut, eine ganze Menge schrullig.
Ich bin pedantisch. Normalerweise ist meine Mimik und Sprache ausdruckslos. Ich kann dir nicht in die Augen schauen. (Ich habe gelernt, den Menschen auf den Mund oder die Nase zu schauen.) Ich kann kein Gespräch von mehr als ein paar Worten mit dir führen, aber ich kann dir bis zum Überdruss Vorträge halten über US-Atombombentests, die Cleveland Browns, Beagles oder die japanische Gesellschaft.
Wenn Du mit mir sprichst und ich wegschaue, dann analysiere ich deine Worte und durchdenke verschiedene Szenarien, basierend auf deiner Frage oder Anweisung und bemühe mich dabei, dich zu verstehen. Bitte habe Geduld mit mir.
Weil ich stets eine Todesangst habe, jemanden zu beleidigen oder über etwas zu reden, das am Thema vorbeigeht, halte ich in Besprechungen oft meine Hand über meinen Mund, um mich selbst vom Sprechen abzuhalten. Zum Sprechen aufgefordert zu werden ist schierer Terror.
Und das sind nur einige meiner Merkwürdigkeiten. Dein Kind / Partner / Kollege mit Asperger hat einige ähnliche Besonderheiten. Das ist der Grund dafür, warum Kinder mit Asperger gemobbt werden.
Ich hatte Glück. Ich wurde nicht in der Schule gemobbt, weil ich nicht diagnostiziert war und daher nicht gebrandmarkt. Ich wurde nicht diagnostiziert, bis ich 50 war. Und wenn die Ärzte mich fragten, welche Art von Unterstützung ich mir wünschte, sagte ich keine. Ich hatte es so weit hinbekommen, also wollte ich lieber weiter auf meine eigene Weise daran arbeiten.
In der Tat, bis heute wissen die meisten meiner Kollegen und Freunde nicht, dass ich Asperger habe. So können "Aspies" erwachsen werden, Familien gründen, produktiv sein und einen Beitrag zur Gesellschaft leisten.
Ich will nicht behaupten, das folgende würde Dir durch das Leben helfen, und einige meiner Hinweise können für dich unzutreffend sein. Aber dies hat mir geholfen:
Finde einen "Mentor". Jemanden zu finden, nach dem ich mein soziales Verhalten kopieren konnte, hat mein Leben verändert. Er war ein Kollege und Freund, der aufgeschlossen, beliebt und wirklich nett war. Ich ahmte ihn seit Jahren nach, um dadurch zu lernen, wie man sich anderen Menschen nähert und wie man angemessen handelt. Ich habe es noch nicht ganz erreicht, aber ich fühle nicht mehr wie ein Ausgestoßener. Ich glaube nicht, dass er es jemals bemerkte. Danke, Scott.
Werde sportlich. Ja, ich weiß, du bist unkoordiniert, aber du kannst deine Koordination selbst trainieren. Ich verbrachte Jahre damit, einen Ball gegen die Garage zu werfen, um eine Wurfbewegung zu entwickeln; ich erlernte die Fähigkeit, einen Ball zu fangen und schließlich traf ich den Ball. Als Schüler der fünften Klasse spielte ich auf der dritten Base in den Schulhof-Baseballspielen -- und ich wurde nicht mehr als letzter ausgewählt. Mein Selbstwertgefühl schnellte in die Höhe, und die toughen Kinder akzeptierten mich.
Schreibe. Nimm all diese Gedanken in deinem Kopf und schreibe sie auf Papier oder an einem Computer-Terminal nieder. Lies sie einen Tag, eine Woche, ein Jahr später. Zeige sie jemand, den Du vertrauen kannst. Ich wette, er oder sie denkt über viele Dinge genauso. Akzeptiere deine Besonderheiten und profitiere von deinen Stärken: Konzentrationsfähigkeit, überdurchschnittliche Intelligenz.
Lebe. Sei mutig, gehe ein wenig aus dir heraus. Du hast ein zwanghaftes Interesse an deinem Garten? Dann nutze es, um soziale Kontakte zu knüpfen, indem du Mitglied in einem Gärtnerverein wirst oder ehrenamtlich dabei hilfst, die Nachbarschaft herauszuputzen. Lerne ein wenig Selbstkontrolle, aber gehe vorwärts, auch wenn du dabei Fehler machst. Entschuldige dich und lache darüber. "Neurotypische" Menschen können sehr nachsichtig sein, wenn du ihnen die Chance dazu gibst. Mobber sind viel unsozialer, als Du es bist.
Wenn Du ein Elternteil eines Kindes mit Asperger bist, lasse dein Kind experimentieren. Das ist es nun mal, wie wir alle lernen. Er oder sie ist wahrscheinlich ziemlich intelligent. Lass dein Kind wissen, dass Du mit ihm zufrieden bist, wenn er oder sie gelernt hat zu sagen: "Ja, bitte" oder "Danke", wenn die Situation es verlangt. Wir können es nur immer wieder versuchen, sei also bitte geduldig."
Samstag, 20. Oktober 2012
Zuckermais
In der Gartensaison 2012 wollten wir mal etwas Neues ausprobieren und kamen nach einiger Überlegung auf Zuckermais.
Nun, Mais ist als Nutzpflanze derzeit in aller Munde, was man aber in diesem Fall (leider) nicht wörtlich nehmen darf, denn es handelt sich bei den großflächig angebauten Pflanzen fast immer um Futtermais, der als Silage zu Tierfutter verarbeitet oder - schlimmer noch - direkt in Biogasanlagen verarbeitet wird.
Wir aber wollten, wie gesagt, es einmal mit dem Zuckermais versuchen. Von allgemeinen Informationen über Arten und Herkunft einmal abgesehen, war aber über den Anbau und die Verarbeitung von Zuckermais erstaunlicherweise im Internet nicht viel zu finden. So mussten wir uns selbst an einen Versuch heranwagen.
Die Aussaat erfolgte Mitte Mai 2012 mit Saatgut aus dem Gartenmarkt; zwischen die Maiskörner wurden Bohnen gesät, um einen gegenseitigen Halt der Pflanzen zu ermöglichen.
Im September 2012 waren die Pflanzen bereits recht gut entwickelt. Weil es aber bis dahin ein eher kühler und feuchter Sommer gewesen war, beschlossen wir, mit der Ernte noch ein klein wenig zu warten.
So war es denn Anfang Oktober 2012 geworden, bevor wir zur Tat schritten.
Erste Befürchtungen, dieser Termin sei bereits zu spät gewählt und der Zuckermais ungenießbar geworden, bestätigten sich glücklicherweise nicht, obwohl in vielen Quellen davon berichtet wird, der Mais sei nur für wenige Tage erntereif. Man sollte sich hierdurch nicht zu unnötiger Hast verleiten lassen.
Jedenfalls wurden die Maiskolben vor Ort zunächst einmal aus ihren Stauden herausgelöst und grob von den umhüllenden Blättern befreit.
Daheim angekommen, wurden die Kolben zunächst mit klarem Wasser gespült und danach in kochendem Salzwasser für ca. 4-5 Minuten kurz blanchiert. Nun endlich zeigten sie auch eine wunderbar goldgelbe
Farbe!
Danach begann die eigentliche Arbeit. Es galt, die Maiskörner von den
Kolben zu lösen. Eine knifflige Geduldsprobe. Hilfswerkzeuge wie Messer oder Gabeln, wie in einigen Quellen angegeben, erwiesen sich als wenig hilfreich.
Am Ende ergab es sich, dass das gute alte Zehnfingersystem doch am effektivsten war.
Anschließend wurden die Maiskörner in handlichen Portionspackungen eingefroren. -
~~~~~~~~~~~~
Nun blieb natürlich noch die Frage offen, ob die Maiskörner diese Frostlagerung denn auch gut überstehen würden. Daher haben wir eine Woche darauf einen ersten Selbsttest gewagt und eine Portion verwendet.
Während des Auftauens sah diese Portion zuerst wenig appetitlich aus; aber in der Pfanne - als Grundlage für eine gemischte Nudel- und Gemüsemahlzeit - lief der Zuckermais dann zu voller Hochform auf.
Der Geschmack ist unvergleichlich lecker und viel intensiver als von dem gewohnten Zuckermais aus der
Dose. Das leicht Süßliche, dem der Zuckermais seinen Namen verdankt, läßt sich gut herausschmecken, so dass dem Gericht keine weiteren Süßungsmittel mehr hinzugefügt werden brauchen.
(Kleines Update: Im Juni 2013 haben wir die letzte eingefrorene Portion aufgetaut und mit Appetit verspeist. Bis zuletzt war der Zuckermais gut erhalten und schmackhaft).
Wir aber wollten, wie gesagt, es einmal mit dem Zuckermais versuchen. Von allgemeinen Informationen über Arten und Herkunft einmal abgesehen, war aber über den Anbau und die Verarbeitung von Zuckermais erstaunlicherweise im Internet nicht viel zu finden. So mussten wir uns selbst an einen Versuch heranwagen.
Die Aussaat erfolgte Mitte Mai 2012 mit Saatgut aus dem Gartenmarkt; zwischen die Maiskörner wurden Bohnen gesät, um einen gegenseitigen Halt der Pflanzen zu ermöglichen.
So war es denn Anfang Oktober 2012 geworden, bevor wir zur Tat schritten.
Erste Befürchtungen, dieser Termin sei bereits zu spät gewählt und der Zuckermais ungenießbar geworden, bestätigten sich glücklicherweise nicht, obwohl in vielen Quellen davon berichtet wird, der Mais sei nur für wenige Tage erntereif. Man sollte sich hierdurch nicht zu unnötiger Hast verleiten lassen.
Jedenfalls wurden die Maiskolben vor Ort zunächst einmal aus ihren Stauden herausgelöst und grob von den umhüllenden Blättern befreit.
Farbe!
Danach begann die eigentliche Arbeit. Es galt, die Maiskörner von den
Kolben zu lösen. Eine knifflige Geduldsprobe. Hilfswerkzeuge wie Messer oder Gabeln, wie in einigen Quellen angegeben, erwiesen sich als wenig hilfreich.
Am Ende ergab es sich, dass das gute alte Zehnfingersystem doch am effektivsten war.
~~~~~~~~~~~~
Der Geschmack ist unvergleichlich lecker und viel intensiver als von dem gewohnten Zuckermais aus der
Dose. Das leicht Süßliche, dem der Zuckermais seinen Namen verdankt, läßt sich gut herausschmecken, so dass dem Gericht keine weiteren Süßungsmittel mehr hinzugefügt werden brauchen.
(Kleines Update: Im Juni 2013 haben wir die letzte eingefrorene Portion aufgetaut und mit Appetit verspeist. Bis zuletzt war der Zuckermais gut erhalten und schmackhaft).
Sonntag, 20. Mai 2012
Jammern auf hohem Niveau
Ich bewundere und beneide Menschen, die scheinbar mühelos ihre Gedanken und Gefühle in druckreifer Form auszudrücken vermögen. Mir selbst gelingt das leider fast nie. Vermutlich werde ich deshalb niemals ein eigenes Buch veröffentlichen.
Es gibt in vielen alten Schriften - und auch im Internet - eine Geschichte, deren Herkunft je nach Kulturkreis vielen Persönlichkeiten zugeschrieben wird. Im Kern geht es dabei stets um die Frage, ob man etwas sagen kann oder soll. Bevor man dies tut - so die Moral der Geschichte -, soll man sich selbst drei Fragen stellen:
Ist es wahr?
Ist es freundlich?
Ist es hilfreich?
Kann man diese Fragen nicht mit "Ja" beantworten, so sollte man lieber schweigen.
Für mich selbst füge ich noch eine weitere Frage hinzu:
Interessiert das überhaupt irgend jemanden außer mir selbst?
Und an dieser letzten, grössten Hürde scheitern die meisten meiner Gedanken und bleiben unausgesprochen.
Vermutlich ist das falsch, und vermutlich würde ich viele andere Menschen mit meinen Gedanken ansprechen und sie vielleicht sogar inspirieren. Aber ich bin es nicht gewohnt, dies zu tun, und so bleibt die Glaswand zwischen mir und den anderen da draußen unverändert bestehen.
Es gibt in vielen alten Schriften - und auch im Internet - eine Geschichte, deren Herkunft je nach Kulturkreis vielen Persönlichkeiten zugeschrieben wird. Im Kern geht es dabei stets um die Frage, ob man etwas sagen kann oder soll. Bevor man dies tut - so die Moral der Geschichte -, soll man sich selbst drei Fragen stellen:
Ist es wahr?
Ist es freundlich?
Ist es hilfreich?
Kann man diese Fragen nicht mit "Ja" beantworten, so sollte man lieber schweigen.
Für mich selbst füge ich noch eine weitere Frage hinzu:
Interessiert das überhaupt irgend jemanden außer mir selbst?
Und an dieser letzten, grössten Hürde scheitern die meisten meiner Gedanken und bleiben unausgesprochen.
Vermutlich ist das falsch, und vermutlich würde ich viele andere Menschen mit meinen Gedanken ansprechen und sie vielleicht sogar inspirieren. Aber ich bin es nicht gewohnt, dies zu tun, und so bleibt die Glaswand zwischen mir und den anderen da draußen unverändert bestehen.
Freitag, 27. April 2012
Ausgeträumt
- - Vertraue keinem "Finanzierungsberater".
- - Aus die Maus.
- - Traue den Beratern nicht. Niemals.
- - Träume sind Schäume.
- - Habe ich schon erwähnt, dass man Finanzierungsberatern nicht trauen darf ... ?!
Kurz gesagt: wenn plötzlich von allen Seiten "Zusatzkosten" aus den Löchern kriechen wie Skorpione bei Sonnenuntergang und zuletzt womöglich auch noch das, was man sich bereits erworben hat, auf dem Spiel steht, dann sollte man rechtzeitig die Reißleine ziehen und versuchen, mit möglichst geringem Schaden davonzukommen.
Samstag, 21. April 2012
Und plötzlich geht alles ganz schnell
Wir hatten uns in dem Baugebiet, das wir für uns entdeckt hatten, auf eine Warteliste eintragen lassen. Das bedeutet, dass wir für das Grundstück unserer Wahl an zweiter Stelle standen. Wer dabei an erster Stelle steht, hat das Vorkaufsrecht. Gibt ein anderer Interessent auf der Liste ein schriftliches Kaufangebot ab, so haben die jeweils in der Liste davorstehenden Bieter die Möglichkeit, innerhalb von 48 Stunden ihrerseits ein Angebot abzugeben. Dieses Verfahren wurde heute (!) zu unseren Gunsten entschieden, der Listenerste hat auf seinen Anspruch verzichtet.
Nun also haben wir alles beisammen: Das Grundstück ist da, ein schönes Haus kann darauf geplant werden, und auch die Bank hat bereits im Voraus ihre Bereitschaft signalisiert. Alle Signale stehen auf "Grün".
Das dadurch entstehende Gefühl im Bauch ist durchaus vergleichbar mit dem Beginn einer Achterbahnfahrt. Man sitzt fest angeschnallt in seinem Wägelchen, und es geht zunächst verhältnismäßig ruhig und gemächlich bergauf - bis hinauf auf die Kuppe der ersten Steigung. Ist aber diese erste Steigung überwunden, dann gibt es kein Halten mehr. Die Wagen rollen, der Schwerkraft gehorchend, einfach immer weiter ihren Schienen nach. An ein Bremsen oder gar Aussteigen ist gar nicht zu denken!
An solch einem Punkt befinden wir uns nun wohl. Deshalb sollte ich vermutlich auch nicht nervös sein, sondern mich entspannen und ganz einfach die wilde Fahrt genießen. Leicht gesagt, wenn man nicht schwindelfrei ist...
Nun also haben wir alles beisammen: Das Grundstück ist da, ein schönes Haus kann darauf geplant werden, und auch die Bank hat bereits im Voraus ihre Bereitschaft signalisiert. Alle Signale stehen auf "Grün".
| Die Fahrt beginnt |
An solch einem Punkt befinden wir uns nun wohl. Deshalb sollte ich vermutlich auch nicht nervös sein, sondern mich entspannen und ganz einfach die wilde Fahrt genießen. Leicht gesagt, wenn man nicht schwindelfrei ist...
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