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Donnerstag, 1. Januar 2015

Überleben

"Er wusste nicht, dass Panik in extremen Situationen eine Überlebensreaktion ist. Wenn alles andere nicht mehr hilft und alle rationalen Versuche, eine Lösung zu finden, erschöpft sind, dann setzt Panik ein, und so führt eine irrationale Handlung manchmal zu einer Lösung, auf die rationale Überlegung nie gekommen wäre." 

Aus: Jean M. Aurel, "Ayla und das Tal der Pferde"

Montag, 2. Dezember 2013

Der Mechanismus des Alls

"Ich habe irgendwo sagen hören, daß man vom Himmel aus den Mechanismus des Alls in seiner Vollkommenheit werde schauen können. Jene Sterne, die jetzt das Firmament in so bunter Wirre besäen, würden dann in ihrer ganzen Regelmäßigkeit als Welten erscheinen, kreisend in ihren verschiedenen Systemen, in deren Mittelpunkt Sonnen Licht und Wärme spenden; Alles erscheine dann in schön harmonischem Einklange und rolle froh dahin in der zugewiesenen Bahn, dem Geheiße des Allmächtigem gehorsam. Das Ganze sei ein ungeheurer, unsern Sinnen nicht faßbarer Mechanismus, vollkommen in seinen Theilen und wunderbar in seiner Gesammtheit. Ich will es nicht bezweifeln, denn die Annahme ist nur vernünftig. Er, der diese Welt und Alles darauf geschaffen hat, kennt keine Grenze für seine Macht.

Ich bin begierig, ob ich je dies schauen werde."
 
Frederick Marryat (1792-1848)

Samstag, 24. August 2013

Charakter

"Wenn wir in dieses seltsame Leben geboren werden, bekommen wir zweierlei mit, die väterlichen und die mütterlichen Ahnenreihen und das Milieu. 

Man muß dabei Milieu im weitesten Sinne verstehen, von den körperlichen Eigentümlichkeiten bis zum Gehalt des Vaters, von der guten oder schlechten Ehe der Eltern bis zur wirtschaftlichen und politischen Struktur des Landes und der ganzen Welt, von der Klimazone, in der man sich entwickeln muß, bis zu den Geschwistern und Schulkameraden. Das alles gehört zum Milieu, womit aber nun keineswegs gesagt sein muß, daß der junge Mensch einfach ein Produkt von Ahnenreihen und Milieu ist. 

Im Gegenteil, es ist sehr unwahrscheinlich, daß auch nur zwei junge Menschen auf der ganzen Welt mit diesen Gegebenheiten genau dasselbe anfangen würden. Gerade das aber - die Art und Weise, wie man mit Erbanlagen und Umwelt fertig wird, was man daraus macht - ist der Charakter. 

Ebenso kann man es Persönlichkeit nennen. "

Aus: "Zwei Töchter auf Pump" von Hans G. Bentz (1902-1968)

Samstag, 11. Mai 2013

"Damit das Böse triumphieren kann, ist es nur notwendig, dass die Guten untätig bleiben."

Edmund Burke (1729-1797)

Montag, 10. Oktober 2011

Parkinsons Gesetz

Arbeit lässt sich wie Gummi dehnen, um die Zeit auszufüllen, die für sie zur Verfügung steht. Diese Tatsache ist allgemein anerkannt, wie schon aus dem englischen Sprichwort hervorgeht: "Der Fleißige hat die meiste Freizeit." So verbringt eine alte Dame ohne Beruf ihren ganzen Tag damit, eine Postkarte an ihre Nichte in Oberammergau zu schreiben und abzuschicken. Eine Stunde vergeht mit der Suche nach der Postkarte, eine weitere mit der Suche nach der Brille, eine halbe, bis die Adresse gefunden ist; folgen fünfviertel Stunden, die der Komposition des Schriftstückes gewidmet werden, zwanzig Minuten für die wichtige Entscheidung, ob man für den Weg zum Briefkasten an der nächsten Ecke einen Schirm mitnehmen soll oder nicht. Kurz und gut, eine Arbeit, die einen geschäftigen Mann nicht länger als insgesamt drei Minuten beansprucht, kann bei andersgearteten Personen das Gefühl völliger Erschöpfung nach einem Tagewerk voller Zweifel, Angst und Mühen hinterlassen.

Arbeit
Arbeit, Arbeit ....
Geht man davon aus, daß sich Arbeit (besonders Schreibarbeit) durchaus elastisch gegenüber der Zeit verhält, dann wird sichtbar, daß geringe oder gar keine Beziehung zwischen einem Arbeitspensum und der Zahl der Angestellten, die das Pensum erledigen sollen, besteht. Mangel an echter Tätigkeit muß nicht notwendig Müßiggang genannt werden; Mangel an Beschäftigung offenbart sich nicht immer in auffälligem Nichtstun. Vielmehr schwillt eine Arbeit an und gewinnt sowohl an Bedeutung als an Schwierigkeiten, je mehr Zeit man auf sie verwenden darf. Obwohl dies heute allgemein bekannt ist, hat man noch nicht die notwendigen Folgerungen daraus gezogen ...

Samstag, 30. April 2011

Ua lava - jetzt reicht's!

Über diesen Begriff bin ich zufällig gestolpert, als ich das Buch „Enders Kinder“ von Orson Scott Card *) las.

Der Autor läßt den Protagonisten folgendes darüber erklären, was ich der Einfachheit halber aus dem Buch zitiere:

"Mr. Hikari, meine Liebe, hat sich als heimlicher Schüler des Ua Lava zu erkennen gegeben.
Das ist eine religiöse Bewegung. Oder ein Scherz. Es ist schwer zu sagen, was von beidem. Es ist ein samoanischer Begriff, mit der wörtlichen Bedeutung „Das ist genug“, der sich aber präziser als „Jetzt reicht’s“ übersetzen ließe.
Es ist eine Art Philosophie – fröhlicher Stoizismus, könnte man es nennen, denn wenn alles schlechter wird, oder wenn alles gut ist, sagt man das gleiche. Aber so, wie es von einer speziellen samoanischen Autorin namens Leiloa Lavea gelehrt wird, ist es zu mehr als einer bloßen Geisteshaltung geworden.
Also, was Leiloa Lavea lehrte, war eine Art von freiwilligem Kommunismus. Es reicht nicht, einfach bloß über das Glück zu lachen und zu sagen „Das genügt“. Man muß es auch wirklich so meinen – daß man genug hat. Und weil man es meint, nimmt man den Überschuß und verteilt ihn. Entsprechend, wenn Unglück kommt, erträgt man es, bis es unerträglich wird – deine Familie hungert, oder du kannst nicht länger deiner Arbeit nachgehen. Und dann sagst du wieder: „Das genügt“, und du änderst etwas. Du ziehst um; du schlägst eine andere Laufbahn ein; du läßt deinen Ehepartner alle Entscheidungen treffen. Irgend etwas. Du erträgst das Unerträgliche nicht.
Leiloa Lavea lehrte, daß das, was übrigbleibt, wenn man ein Gleichgewicht in seinem Leben erreicht hat – der Überschuß an Glück wird restlos geteilt, und alles Unglück ist beseitigt -, ein Leben von vollkommener Einfachheit sei. Das ist es, was Aimaina Hikari zu uns sagte."


Soweit der Autor.
Seitdem ich dies las, versuche ich im Internet zu recherchieren, was es mit diesem Ua Lava und Leiloa Lavea wohl auf sich hat. Aber das Einzige, was ich finde, sind Hinweise auf dieses Buch, im englischen Originaltitel „Children of the Mind“.
Ist das also alles Fiktion? Eine Phantasie des Autors?
Ich fand jedenfalls die Philosophie des Ua Lava beeindruckend und überzeugend in ihrer Schlichtheit. Wenn es Ua Lava noch nicht in der Realität gibt, dann sollte es jemand erfinden...

Sollte der eine oder die andere nun neugierig auf dieses Buch geworden sein, so bitte ich zu bedenken, daß es sich dabei um den letzten Band einer Saga handelt, die in konsequenter Weise eine Geschichte innerhalb der Bücher fortsetzt. Ich empfehle daher bei Interesse dringend, die Romane in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da dies erheblich zum Verständnis der Geschichte beiträgt.
Diese Reihenfolge lautet wie folgt:
Ender. Das große Spiel / Der Sprecher für die Toten. Doppelband
Xenozid 
*) Enders Kinder
Alle Bücher sind erschienen  im Bastei Lübbe Verlag.

Sonntag, 7. November 2010

Isolation

"Seine Isolation darf nicht durchbrochen werden. Er darf nie zu dem Glauben kommen, daß irgendwer ihm jemals aus der Not helfen wird. Niemals. Wenn er ein einziges Mal denkt, daß es einen einfachen Weg gibt, ist er gescheitert."

Aus:  Orson Scott Card, "Ender"

Dienstag, 2. November 2010

Kommunikation

"Etwa vom fünften Lebensjahr an lernen einige von uns eine andere Art von Kommunikation. Da fangen wir an, die Sprache dazu zu benutzen, um etwas Bestimmtes mitzuteilen. (...)
Warum sagen wir nicht frei heraus, was wir denken und empfinden? Warum dürfen wir nicht ehrlich sein und alles aussprechen, was uns in den Sinn kommt?
Die Antwort heißt: weil wir nicht gut genug sind. Wären alle unsere Gedanken menschenfreundlich, gütig, intelligent und rein, brauchten wir uns nicht zu scheuen, sie auszudrücken. Sicherlich gibt es Menschen von heiligmäßigem Charakter und kindlicher Unschuld, deren Gedanken jedermann teilen dürfte. Aber nur wenige von uns entsprechen dieser Vorstellung."

Aus: C. Northcote Parkinson, "Mrs. Parkinsons Gesetz"